Ehe und Familie

Die Eheschließung kann für ausländische Staatsangehörige Schwierigkeiten aufwerfen. Die Standesämter prüfen beispielsweise, ob die Heirat auch nach den Regeln des Heimatlandes möglich ist. Dies muss durch ein Ehefähigkeitszeugnis des Heimatlandes bescheinigt werden. Viele Staaten stellen allerdings ein solches Zeugnis nicht aus oder die Zeugnisse werden in Deutschland nicht anerkannt. Damit Staatsangehörige aus diesen Herkunftsländern auch in Deutschland heiraten können, müssen sie ein Verfahren zur Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis durchführen. Hierfür sind die Standesämter und die Oberlandesgerichte zuständig.

Fälle, in denen Ausländer nur mit einer Duldung in Deutschland leben und heiraten möchten, stellen sich in der Praxis häufig schwierig dar. Für die Heirat ist gegenüber dem Standesamt eine Vielzahl von Dokumenten, häufig mit Legalisation der deutschen Auslandsvertretung oder Apostille der Heimatbehörde vorzulegen. Auch ein Pass ist fast immer notwendig. In diesen Fällen kommt es häufig zum Wettlauf zwischen der Ausländerbehörde, die abschieben will und den Verlobten, die heiraten wollen.

Wenn die Ehe mit einem Deutschen bereits im Ausland geschlossen wurde und der ausländische Partner noch im Ausland lebt, gibt es für Ehegatten eine Reihe von Rechtsansprüchen auf Familiennachzug. Einen solchen Anspruch können auch eingetragene Lebenspartner und minderjährige Kinder von Deutschen haben. Beim Nachzug zu ausländischen Familienangehörigen sind die Voraussetzungen für eine Aufenthaltserlaubnis in aller Regel strenger. So ist es regelmäßig erforderlich, dass der Lebensunterhalt aus eigener Erwerbstätigkeit gesichert ist.

Beim Ehegattennachzug ist seit August 2007 vorgeschrieben, dass der nachziehende Ehepartner bereits Kenntnisse der deutschen Sprache nachweist - und dies bereits vor der Einreise.

Häufig kommt es zu Schwierigkeiten, wenn ein Visum bzw. eine Aufenthaltserlaubnis zum Familiennachzug beantragt wird. Nicht selten gibt es Ablehnungen wegen des Vorwurfs einer Scheinehe.

Gern unterstützen wir Sie mit unserer Erfahrung zu Dauer, Kosten und möglichen Schwierigkeiten solcher Verfahren.

Wir beraten und vertreten Sie auch in Scheidungsverfahren sowie im Verfahren zum Versorgungsausgleich, Trennungsunterhalt und Ehegattenunterhalt. Bei Ehen mit Ausländerbezug sind häufig Kenntnisse des Familienrechts des maßgeblichen Heimatstaates erforderlich. Aufgrund unseres aufenthaltsrechtlichen Fachwissens beraten wir Sie selbstverständlich auch über aufenthaltsrechtliche Konsequenzen der Scheidung.